Navi-Karten: OpenStreetMap und 100.000 iPhone-Nutzer fordern das Kartenoligopol von Google, Nokia und TomTom heraus

by skobbler

  • Alle skobbler-Nutzer werden Kartenfehler zukünftig per Rückkanal an OpenStreetMap (OSM) melden können und so einen deutlichen Impuls geben.
  • Die Integration von OSM ist auch eine Reaktion auf zunehmende Abschottung des Kartenzugangs für Navigationslösungen Dritter durch die marktführenden Anbieter Nokia (Navteq), TomTom (Tele Atlas) und Google (Google Maps).

Berlin, 25. Februar 2010 – Für die Kartenprofis von Google, Navteq und Tele Atlas entwickeln sich die Community-Karten von OpenStreetMap zusehends zu einer Herausforderung. Dieser Prozess wird jetzt durch 100.000 skobbler-Nutzer beschleunigt, die OSM zukünftig zur Navigation nutzen und helfen werden, das „Wikipedia der Karten“ weiter zu verbessern. Das ist die neue, spannende Konstellation im deutschen und bald auch internationalen Navikarten-Markt. Grundlage für die Konfrontation zwischen Web-Community und Konzernen ist die Integration von OSM in den skobbler, die mit deutlich über 100.000 verkauften Einheiten beliebteste iPhone-Navi-App in Deutschland. OSM ist ein freies und kostenloses Webcommunity-Projekt.

skobbler wird bis zum 10. März OSM als Kartenmaterial in seine Navigationslösung integrieren. Zentrale Bedeutung bei der folgenden OSM-Unterstützung fällt der Implementierung eines Rückkanals von skobbler zu OSM zu: Ist das Kartenmaterial an einer Stelle fehlerhaft, so werden die über 100.000 skobbler-Nutzer zukünftig ganz einfach per Knopfdruck eine Meldung an OSM absetzen können. Die aktiven OpenStreetMapper können die Meldungen dann lesen, überprüfen und die Verbesserungen in OSM einpflegen. skobbler wird diesen Rückkanal in der Folgezeit schrittweise ausbauen. „So wollen wir immer mehr neue Leute für das OpenStreetMap-Projekt begeistern. Es läuft auf einen Wettkampf zwischen einem Community-Ansatz und konventionellen Geschäftsmodellen von Großkonzernen hinaus“, bringt Marcus Thielking, Sprecher von skobbler, die Situation auf den Punkt.

Zusammen mit Google teilen sich vor allen Dingen Navteq, eine Nokia-Tochter, und Tele Atlas, eine TomTom-Tochter, den Markt für digitales Kartenmaterial. Der Navigations-Markt insgesamt ist derzeit geprägt von einem starken Preiskampf untereinander und einer wachsenden Abschottung gegen Drittanbieter. So hatten Navteq und Tele Atlas kürzlich durch die Ankündigung des kostenlosen Google Navigators für Mobilfunktelefone große Wertminderungen hinnehmen müssen. Nokia hatte daraufhin eine kostenlose Navigationslösung für all seine Handys vorgestellt und gleichzeitig dem günstigen Drittanbieter Nav4All kurzfristig den Zugang zu seinem Kartenmaterial verweigert. Für Nav4All kam diese Entscheidung offenbar so überraschend, dass man von heute auf morgen die Tore schließen musste. Google wiederum schränkt die Nutzung von Google Maps für Navigation rechtlich deutlich ein. Branchenkenner erwarten die Einführung der Google-Gratis-Navigation in Europa in diesem oder dem folgenden Jahr.

OSM ist ein freies Projekt nach dem Modell von Wikipedia. Die OSM-Hobby-Kartographen pflegen frei nutzbare Geodaten ein und verbessern so stetig die OSM-Qualität. So werden ständig Orte, Straßen und interessante Orte hinzugefügt und auf der OSM-Karte angezeigt. Unter dem Dach der „OpenStreetMap Foundation“ trugen auf diese Weise im November 2009 weltweit bereits rund 190.000 angemeldete Nutzer Geodaten zusammen. Insbesondere in Deutschland ist die OSM-Community äußerst lebendig, so dass in vielen deutschen Großstädten bereits heute mehr Details verzeichnet sind als bei den Konzernkarten. Wie groß die Gefahr dieser Entwicklung für Google und Co ist, lässt sich an einer Zahl ablesen: Die Mitgliederzahl von OpenStreetMap vermehrt sich alle 18 Monate um den Faktor zehn seit dem Start 2004. „Am Ende ist bei datenintensiven Problemen Schwarmintelligenz den Profis überlegen. Das zeigt etwa Wikipedia“, so Thielking.

Insgesamt schließt sich die Qualitäts-Lücke zwischen OSM und den Konzern-Karten daher bereits zusehends. „Nachdem die großen Konzerne ihre Karten mittlerweile teilweise komplett gegen andere Anbieter abschotten, werden wir die ohnehin rasante OpenStreetMap-Entwicklung mit dem Input von mehr als 100.000 skobbler-Nutzern nun noch stärker pushen“, beschreibt Thielking die Situation und das Ziel.

Zwar zeige OSM durchaus noch einige Schwachstellen bei navigationsrelevanten Daten wie bei Abbiegerestriktionen oder der Straßenattributierung, doch innerhalb weniger Monate dürfte das Feedback der Nutzer dafür sorgen, dass viele Lücken geschlossen und Fehler bereinigt werden, so Thielking: „Ich glaube an die Kraft des Community-Ansatzes!“

Zusammen mit der OSM-Einführung bietet der skobbler seinen Nutzern zudem einige neue Features, die laut einer Umfrage unter skobbler-Nutzern besonders heiß herbeigesehnt werden. Sowohl das laut Umfrage meistgewünschte Feature „Karte in Fahrtrichtung“ sowie die 2,5D-Ansicht, die am vierthäufigsten genannt wurde, stehen mit dem Update zur Verfügung. Auch ein verbessertes Zoomverhalten, von den skobbler-Nutzern auf Platz 9 gewählt, bietet der neue skobbler. Die Funktion zur direkten Nutzer-Rückmeldung wird skobbler Schritt für Schritt ausbauen.

Der skobbler ist trotz des späten Starts im Oktober 2009 eine der zehn meistverkauften Apps des vergangenen Jahres in Deutschland. Jeder achte iPhone-Nutzer in Deutschland hat den skobbler bereits gekauft – Tendenz weiter steigend. Damit ist der skobbler bereits vier Monate nach Launch Marktführer unter den gekauften Navigations-Apps in Deutschland. Für rund ein Zehntel des Preises der „großen“ Navigationslösungen fürs iPhone ermöglicht der skobbler eine professionelle Turn-by-Turn-Navigation und wurde von Auto BILD, connect und zahlreichen anderen Redaktionen gleichermaßen zum Preis-Leistungssieger gekürt.

Preise, Kompatibilität und Verfügbarkeit:

Der skobbler ist im App Store unter http://iTunes.apple.com/WebObjects/MZStore.woa/wa/viewSoftware?id=329349116&mt=8 erhältlich. Die skobbler-App ist mit allen iPhones der Serien 3G und 3GS kompatibel. Weitere Informationen zu aktuellen Entwicklungen finden Sie stets unter http://blog.skobbler.de.

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